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Feuer und Schwert im Museum Murtal

Schauguss im neuen Museum erweckt Schwert aus der Bronzezeit zu neuem Leben. 

Im neuen Museum Murtal, dem Archäologiemuseum in Judenburg, wurde kurz vor Silvester noch ein letztes Jahreshighlight präsentiert.

Ein rund 3000 Jahre altes Bronzeschwert wurde im Foyer des Museums neu gegossen. Die glänzende Bronze vermittelt ab dem neuen Jahr im Rahmen der Ausstellung einen glänzenden Eindruck von Reichtum und Pracht der Strettweger Funde und des Lebens im Murtal während der späten Hallstattzeit zwischen dem 8. und 4. Jahrhundert vor Christus.

 

Der Kunsthandwerker Andreas Proksch zeigte die verschiedenen Arbeitsschritte von Anfertigung der Gussform aus Sand, dem Schmelzen von Kupfer und Zinn, dem eigentlichen Guss mit rot glühender Bronzelegierung bis zur Öffnung der noch brennenden Form. Das Ergebnis ist ein golden glänzendes Schwert, das die Phantasie der Besucher über die ferne Vergangenheit der eigenen Region beflügelt.

 

In den Ausstellungsräumen des Museums Murtal konnten die Besucher im Anschluss Original mit Kopie vergleichen. Die Dauerausstellung im seit 8. November geöffneten Museum zeigt neben dem eindrucksvollen Schwert auch weitere Waffen, Keramikgefäße und auch Originalteil des Strettweger Kultwagens. Führungen gibt es jeden Samstag um 14 Uhr oder auf Anfrage. Ganz besondere Atmosphäre bringt ein Besuch am Abend: an Donnerstagen hat des Museum Murtal bis 21 Uhr geöffnet.

 

Weiterführende Objektinfos

Sogenanntes Traditionsschwert aus Bronze. Original stammt aus Tumulus II, (Helmgrab), dem ein eigener Raum im Museum gewidmet ist.

Zeit:                 Griff ca. 7. Jh. v. Chr.

Klinge:             ca. 9. – 8. Jh v. Chr.

Die Klinge stammt noch aus der Bronzezeit und wurde in der folgenden Eisenzeit gekürzt und mit einem neuen Griff versehen. Das Schwert ist in drei Teile zerbrochen. Kupfer und Zinn, Bestandteile der Bronzelegierung, waren teure Materialien. Das Schwert ist sicher ein Statussymbol für den damaligen Besitzer gewesen. Das besonders reich ausgestattete Helmgrab gehört zu den Höhepunkten der Ausstellung im Museum Murtal. Das neu gegossene Schwert ist ab Jänner im Rahmen der Ausstellung zu sehen. 

dav